Dornheim

Derzeit befindet sich diese schöne Kirche im Umbau. Die Decke wird saniert. Wir hoffen alle, dass die Baustelle bald ein Ende findet und wir wie gewohnt Gottesdienste im neu gestalteten Kirchenraum feiern können. 

Hier ein tolles Gedicht von Meinhard Semmler, dass die Kirche treffend beschreibt: 

Bereits 1191 - soweit mir bekannt,

wird erstmals eine Kirche in Dornheim genannt.

Dass diese auf dem Rettershof war,

wird durch eine Schenkungsurkunde klar.

Zwischen Hof Hayna und dem Wolfskehler Hain

wird wohl diese Kirche gewesen sein.

Zwei Kirchen gab’s in Dornheim schon

zur Zeit der Reformation.

St. Michael stand hier an dieser Stelle,

und war nur eine Begräbniskapelle.

Die große, St. Agatha genannt,

ist 1581 nach Blitzschlag abgebrannt.

Sie stand da, wo heute der Friedhof ist,

und danach erst – so schreibt der Chronist –

nutzte man als Hauptkirch’ hinfort

die Kapelle hier mitten im Ort.

Es sind jedoch noch 15 Jahre verflossen,

eh man sich zu einem Ausbau entschlossen.

Auch vom Turm blieb vieles von dem alten

für St. Michael erhalten.

In einem Fenstergewand ist heut noch zu lesen,

dass Baubeginn 1596 gewesen.

Fast 200 Jahre hatte dieser Bau gehalten,

dann musste man etwas Neues gestalten.

Zwar wurde noch eine Reparatur ausprobiert

und 1779 sogar nochmals außen renoviert,

nach 1800 aber war’s dann soweit,

dass man zum Neubau war bereit

und im Juni 1810 – darum feiern wir heut –

wurd’ die St. Michaelskirche eingeweiht.

„Dem Höchsten geweiht“ und die Jahreszahl

sind heut noch gut lesbar am Westportal.

Nicht so bekannt ist – aber wahr,

dass damals kein Strom in der Kirche war.

Ca. 100 Jahr’ lang - man glaubt es fast nicht -

gab’s hier in der Kirche kein elektrisches Licht.

Und auch erst ab 1907

wurd’ die Orgel mit Strom angetrieben.

Zuvor war man in großen Nöten,

wurd’ der Blas’balg mal nicht getreten.

Die Hundertjahrfeier wurde klug genutzt,

die Kirche fein herausgeputzt

und weil grad’ Jubiläumszeit

die Kinderschul’ mit eingeweiht.

Pfarrer Münch wollt zudem  wohltätig sein

und  gründete einen Frauenhilfsverein.

Alle Familien wurden dabei eingebunden.

Sehr schnell hatten sich  Frauen zusammengefunden;

ein großer Verein entstand damals im Nu,

jüdische Frauen gehörten ganz selbstverständlich dazu.

Und dies alles ist zugleich gescheh’n

im Jahre neunzehnhundertzehn (1910).

Der 1. Weltkrieg brachte viel Elend und Leid,

danach Krisen und Arbeitslosigkeit.

NS-Propaganda tönte vom Sieg

und führte rasch wieder in einen Krieg.

Am 12. Dezember 1944 – welch ein Graus –

da gingen hier alle Lichter aus;

Brandbomben sind durch die Luft gekracht

und haben die Kirche zum Schuttplatz gemacht.

So manchem Dornheimer ist noch bekannt,

dass hier nur ’ne Ruine stand.

Doch 10 Jahre später (1954) – dank Kirchenbauverein,

konnte hier wieder Gottesdienst sein,

und in weiteren 7 Jahren nur

folgten dann Turm, Orgel, Glocken und Uhr.

Der letzte große Einschnitt ist 30 Jahre her,

denn  an Gemeinderäumen fehlte es sehr.

Der Kirchenvorstand hat daher häufig getagt

und 1979 den kompletten Umbau gewagt.

So ein Begegnungszentrum fehlte hier eben

und ein Mittelpunkt für das Gemeindeleben.

Dies hat sich bewährt, Grund dankbar zu sein,

drum laden wir gern zum Jubiläumsfest ein.

Auch an die neue Orgel denken wir heut,

die uns seit September 2000 erfreut.

Zum Lobe Gottes soll sie ertönen

und Konzerte und Gottesdienste uns hier verschönen.

Denn nicht Äußeres zählt in diesem Haus,

Lebendigkeit macht Kirche aus!

Drum bitten wir um Gottes Segen:

Bleib’ bei uns, Herr, auf allen Wegen.