50 Jahr Clubfrauen

Rückblick und wie alles anfing!

Als die Zeit der Jugendstunden unter Pfarrer Fritz Lorenz der evangelischen Jugend Geinsheim vorbei waren, sagten sich etliche der ehemaligen Mitglieder, so ganz sollte man doch die Aktivitäten nicht einschlafen lassen. Es wäre doch schön, wenn man sich, auch wenn einige zwischenzeitlich eine Familie gegründet hatten, wieder mal treffen würde. Also ist ein Kreis junger Frauen und Männer zusammengekommen, die sich einmal wöchentlich mit Pfarrer Lorenz und seiner Frau Hanne zum Gedankenaustausch über alles mögliche, Bibelabenden usw. im Gemeindehaus trafen.

Bald hatte man die Idee, auch handwerklich während der Abende etwas zu tun und die Frauen begannen u.a. zu stricken und die Männer allerlei nützliche Dinge herzustellen. So wurde schon im zweiten Jahr der Treffen die Idee geboren, bei einem Basar die Dinge zu verkaufen und den Erlös karitativen Einrichtungen zu spenden. Da die Frauen dann doch sehr bald unter sich waren entstand ihr Name „Clubfrauen“ der evang. Kirchengemeinde Geinsheim, wobei die Glaubensrichtung nicht entscheidend an der Teilnahme der Gruppe war, denn katholische Mitglieder fühlen sich bei den Clubfrauen genauso wohl. Doch wurde nicht nur gewerkelt bei den Clubfrauen, sondern auch Ausflüge gemacht, Theater besucht und es gab jedes Jahr eine Nikolausfeier, bei der auch der katholische Geistliche anwesend war und manch schöne Anekdote erzählen die Clubfrauen immer wieder und lässt sie ins Schmunzeln geraten.

Bald schon erwies es sich, dass der Basar eine gute Sache war, denn die Einwohnerschaft nahm das Angebot der übers Jahr gefertigten Handarbeiten und die Zusammenkünfte bei Kaffee und Kuchen im Martin-Niemöller-Haus gerne an. 

Beachtliche Summen konnten die Clubfrauen in all den Jahren umsetzen und bei vielen Einrichtungen die Not lindern helfen. So haben sie in erster Linie seit Jahren eine Patenschaft behinderter Menschen der Niederramstädter Diakonie in Mühltal übernommen, die jedes Jahr einen Teil des Erlöses des Basars erhalten.

Weiterhin unterstützten sie die Behinderten Werkstädten in Königstädten, die SOS Kinderdörfer, die Kinder- und Jugendpsychiatrie Hofheim in Riedstadt, Hilfstransporte für ungarische und polnische in Not geratene Menschen. Dem Kind einer Geinsheimerin, die beide in Griechenland leben, konnte die lebensnotwendige Herzoperation durch ihre Geldspende ermöglicht werden. Sie halfen mit 2000.-- € den Opfern der Flutkatastrophe, ebenso der Initiative Betreutes Wohnen „Sandkaute“ in Trebur.

Im Jahre 1995 erhielten die Clubfrauen für ihr Engagement den Bürgerpreis der Gemeinde Trebur, der mit 1000.—DM dotiert war. In vollem Umfang stellten die Clubfrauen der damals neu erstellten Kindertagesstätte „Pusteblume“ den Betrag zur Verfügung. Doch auch an den Anschaffungen der Einrichtung des Martin-Niemöller-Hauses haben sich die Clubfrauen beteiligt. Geschirr, Bestecke, Spülmaschine, der Schrank, eine neue Eckbank, Stühle und einen Tisch für den Clubraum wurden finanziert. 

Während der Sanierung des Gemeindehauses fand der Basar in der Geinsheimer Schule statt. Da gerade an diesem Tag die Wahl des neuen Bürgermeisters stattfand, ergriffen die Clubfrauen die Gelegenheit, den Wählern und Wählerinnen während des Basars außer dem üblichen Kaffee und Kuchen auch ein Mittagessen mit Bratwurst, Bratkartoffeln und Spießbraten anzubieten, das großen Anklang fand.

Quetsche entkerne
Ausklang nach gelungener Veranstaltung

....... und wie es weiterging!

 

Jedes Jahr zur Erntezeit, wenn die “Quetsche” reif werden, sind die Clubfrauen am Überlegen kochen wir nun Latweje oder kochen wir nicht. Vor Jahren noch sah man die Clubfrauen mit Hilfe der Männer, wie Werner Hauf, Diether Nold, Kurt Stemmler, Bruno Twisselmann, Edmund Maus, Hermann Wippig mit Körben und Leitern, von Garten zu Garten durch die Gegend eilen um Quetsche zu pflücken. Da es in eigenen Gärten fast keine Quetsche mehr gibt werden diese schon seit einigen Jahren in Rheinland-Pfalz in Mainz-Finthen geholt, denn immerhin, damit es sich lohnt, werden 2 Ztr. benötigt. Also auch in diesem Jahr (2025) wurde wieder mit Hilfe der Männer, wie Edmund Maus und Norbert Treffinger, „Latweje“ gekocht und ganz besonders freuen wir uns, dass fünf jüngere Frauen zu uns gekommen sind, die auch schon beim „Latweje“ rühren eifrig mitgeholfen haben. Sie bringen frischen Wind in die Gruppe, haben neue Ideen und helfen schon bei allem kräftig mit.

Die Clubfrauen haben sich in all den Jahren an allen Aktivitäten der Kirchengemeinde beteiligt. Sei es beim Gemeindefest, dem Osterfrühstück, dem Weltgebetstag, den Kirchensenioren und vieles mehr.

Nachdem die Quetsche am Tag vorher mit Hilfe aller Clubfrauen entkernt, der Kessel gut gefüllt ist, wird am nächsten Morgen um fünf das Feuer angesteckt. Dies geschieht alles in der Poststrasse bei Greti Stemmler, die zum Glück noch den Kessel ihrer Mutter aufgehoben hat. Da sind beim ersten Bruzzeln schon kräftige Arme erforderlich, denn dann muss ständig gerührt werden. Da sind schon bald in der Frühe Edmund und Norbert zur Stelle, die sich mit Elfriede und Irma beim Rühren abwechseln. Zwei Latweje-Rührer aus Holz sind vorhanden, die Tage vorher gut gewässert werden, falls einer mal den Geist aufgibt. Schon fast ein Fest ist dieser Tag, denn ein Plan wird erstellt, wann jeder zum Rühren dran ist. Hilfe hatten wir auch schon vor Jahren vom ehemaligen Kerwevatter Michael Wielan, aus Heppenheim Jens und Joan Wedel und von unserem Kirchenarchitekten H.-Jürgen Westermeyer aus Darmstadt. Auch die Pfarrersfamilie und ehemalige Konfirmanden haben schon beim Rühren mitgeholfen. 

Am Nachmittag gibt es für alle leckeren Quetsche- und Streuselkuchen gebacken von Gisela Maus. Auch am Abend ist für das leibliche Wohl mit Kartoffelsalat Fleischwurst oder Fleischkäse gesorgt und keiner muss hungrig nach Hause gehen. Die Gläser sind gespült, das haben in der Regel Barbara Walsdorf und Bärbel Wippig gemacht, im letzten Jahr haben schon Anja Abt und Silke Gütlich mitgeholfen, dann kann es so, wenn Zucker, Kandiszucker und Gewürze dazugegeben wurden, gegen 22.00 Uhr ans Ausschöpfen gedacht werden. Gut ist sie wieder geworden in diesem Jahr fanden die Clubfrauen, die zum Schluss noch gegen Mitternacht mit Butterbrot probiert haben. 

Die Clubfrauen hatten auch im letzten Jahr ganz herzlich, wie jedes Jahr am Volkstrauertag ins evangelischen Gemeindehaus eingeladen. Außer Latweje gab es wieder um die Mittagszeit den beliebten Gulaschtopf, Würstchen, Käse oder Schmalzbrote. Allerlei Handarbeiten, Gestricktes, Genäht- und Gehäkeltes verschiedene Gelees, und Eierlikör bietet der Basar an. Viele waren gekommen um ein paar gemütliche Stunden in unserer Cafeteria bei Kaffee oder Tee und selbstgebackenem Kuchen zu verbringen.

Die Clubfrauen treffen sich immer montags um 20.00 Uhr im Martin-Niemöllr-Haus in der Kirchgasse 7 in Geinsheim. 

Herzlich willkommen sind Frauen jeden Alters, jeder Konfession, die Freude an gemeinsamen Aktivitäten haben, gerne stricken, häkeln, basteln oder einfach zum Gedankenaustausch zusammenkommen.

Die Clubfrauen das sind Gisela Maus, Irma Andreas, Romy Wüllenweber, Ingrid Neidhardt, Christina Schwarz, Margarethe Correll, Marika Bodis, Evi Sturm, Silke Gütlich, Ingrid Neuschl, Renate Treffinger, Bärbel Wippig, Anja Abt-Parche, Annemarie Nold, Verena Jansen, Bärbel Schulzki,  und Elfriede Schmidt.

Elfriede Schmidt für die Clubfrauen in Geinsheim der evangelischen Kirchengemeinde Trebur